Logo Oldtimer Scholz Oldtimer Restauration und Service speziell Horch 853 - Reinhardt Scholz
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Angeregt durch den Artikel „Geschichte wird gemacht“ in der Zeitschrift Motor Klassik 3/2003 möchten wir unsere Sicht dazu einmal darstellen

Zur Problematik von Ersatzteilreproduktionen für Oldtimerfahrzeuge und historischen technischen Anlagen

Unser Ziel ist die Darstellung des jeweiligen Produktes in dem Zustand, in dem es hergestellt wurde, mit dem Anliegen , den Stand der damaligen Fertigkeiten zu demonstrieren.

Der Betrachter muss also an Hand des Produktes erkennen können, in welcher Qualität und mit welchen Technologien wurde damals produziert. Diesem Anliegen werden überrestaurierte Fahrzeuge in sterilen Hochglanzlacken mit computererstellten Zierlinien und CNC- Frästeilen genauso wenig gerecht wie mumifizierte Originale, wenn diese auf Grund ihrer allzu deutlichen Korrosion und Gebrauchsspuren zwar ein sympathisches Flair verbreiten, aber den Zustand ihrer Erschaffung kaum noch erahnen lassen bzw. dem laienhaften Betrachter ein falsches Bild vermitteln. Wer der Originalität eines Fahrzeuges dem Erhaltungszustand unterordnet, unterliegt wohl eher der Mystik der Ereignisse, welche im Laufe der Zeit auf dieses Fahrzeug einwirkten. Mit dem Interesse zu zeigen, wie und in welcher Qualität man damals Fahrzeuge baute, hat das eigentlich nur noch wenig zu tun. Es sei denn, der Erhaltungszustand ist noch derartig gut, dass auch trotz Gebrauchsspuren der Zustand zur Zeit der Auslieferung noch deutlich zu erkennen ist.
Die Überbewertung aller Originalsubstanzen entbehrt aber auch nicht einer gewissen Scheinheiligkeit, nämlich dann, wenn man argumentiert, dass auch die im Originalzustand befindlichen Fahrzeuge ohne Einschränkung benutzt werden sollen. Wir halten diese Meinung für sehr egoistisch, denn die Vertreter dieser Meinung lassen bewusst oder unbewusst außer Acht, dass eine Benutzung auch mit Verschleiß verbunden ist. Nun ist es ja in Deutschland nicht außergewöhnlich, dass jede Generation nur an sich denkt und die Nachkommen vergisst. Aber vielleicht sollten wenigstens einige Menschen, die mit ihren Artikeln auch meinungsbildend in der Öffentlichkeit wirken, einmal darauf hinweisen, dass es nicht im Interesse unserer Nachkommen sein kann, wenn heute all die Selbstdarsteller ihre historisch wirklich wertvollen Fahrzeuge auf all den reichlichen Veranstaltungen verschleißen.
Genau genommen, entzieht man damit dem Oldtimerhobby immer mehr die Basis.
Auch wenn ich damit wieder einmal gegen den Strom schwimme, plädiere ich dafür, dass Originalfahrzeuge zwar fahrbereit sein sollten, soweit dies machbar ist, ihr Einsatz sollte aber sehr verantwortungsvoll erfolgen, um auch unseren Nachkommen an Hand dieser Originale Kenntnisse zu vermitteln, die sonst mit jedem Ersatz eines verschlissenen Teiles und jeder Reparatur Stück für Stück verloren gehen.
Wir halten es für durchaus akzeptabel, wenn z.B. Audi Form und Leistung ihrer Vorkriegsrennwagen an Hand von Reproduktionen demonstriert.
Es wäre wohl besser, wenn BMW seinen Nachbau des 328Coupe öfter einsetzt, anstelle ihn ins Depot zu schieben und dafür aber das Original nur auf besonderen Events demonstriert.
Ich selbst halte es z.B. mit meiner originalen Werksrennmaschine der 350 NSU von Heiner Fleischmann so. Ihr Einsatz erfolgt nur zu Demonstrationsläufen.
Das " Verheizen" solcher Fahrzeuge mit Transponder und Schalldämpfer bei VfV Läufen meist ohnehin ohne nennenswerte Zuschauerkulisse ist für mich nicht akzeptabel.
Das soll keine Kritik an Oldtimerveranstaltungen mit Wettbewerbscharakter sein.
Im Gegenteil, der VfV macht eine sehr gute Arbeit und es freut mich sehr, wenn viele Teilnehmer beweisen, dass es sich beim Oldtimerhobby um eine sinnvolle Freizeitgestaltung für Jung und Alt handelt.

Man sollte bloß endlich einmal aufhören, alles schräg anzusehen, was nicht zu 100 % aus Originalteilen besteht.
Mir sind eigentlich jene am liebsten, die sich zumindest die sensibelsten und meist Verschleiß intensivsten Originalteile von vornherein so nachbauen, dass diese vom Original nicht zu unterscheiden sind. Das darf man natürlich nicht verschweigen und ich meine, das braucht man auch nicht verschweigen. Wer in der Lage ist, auch komplizierte Teile einwandfrei nach zu bauen, hat nach meiner Auffassung mehr Recht auf seine Leistung stolz zu sein als jener, der für viel Geld ein originales Fahrzeug erstanden hat, und dieses dann als Mittel seiner Selbstdarstellung auf jeder „ Kirmes" herunter reitet.

Unser Anliegen ist es, die von uns restaurierten technischen Produkte in jenem Zustand zu präsentieren, in dem diese damals dem Verbraucher vom Produzenten angeboten wurden.

Natürlich hat auch bei uns die Aufarbeitung des Originalteiles Priorität.
Wo dies allerdings damit verbunden ist, die Originalteile im Aussehen und Stabilität unakzeptabel zu verändern, fertigen wir diese Teile lieber neu. Der Aufwand dafür ist allerdings fast immer höher als die Aufarbeitung eines Originalteiles. Handelt es sich allerdings um Teile, die durch den allgemein üblichen Preiswucher auch im nahezu unbrauchbaren Zustand nur zu astronomischen Preisen angeboten werden, kann auch eine Nachfertigung ökonomisch sinnvoll sein. Dies haben viele unserer derzeitigen Kunden erkannt, so dass die Fa. Scholz in den letzten Jahren immer mehr damit befasst war, hochwertige Ersatzteile als Einzelstück oder aber auch als Kleinserie zu fertigen. Das Spektrum, das einst mit ausschließlich Horchteilen begann, reicht heute von diversen Beschlägen für Bugatti, Maybach, Horch und Mercedes über hochpräzise Rennsportteile und sicherheitsrelevanten Komponenten wie Achsen und Lenkungsteile bis hin zum kompletten Fahrgestell incl. Horch 8-Zylindermotor mit Getriebe.

Aber wir sind uns auch nicht zu schade, Ersatzteile für weniger exklusive Fahrzeuge zu fertigen. So wurden u.a. auch im Auftrag von Händlern Außenspiegel, Stoßstangen und diverse Karosserieteile für Wartburg, Trabant und diverse Motorräder gefertigt.

Oft ist aber auch die Aufarbeitung von Originalteilen mit Hilfe moderner Meß – und Konstruktionstechnologien sinnvoll.
Wir bevorzugen es, z.B. extrem verformte Karosserieteile erst zu vermessen, um diese dann im CAD nach zu konstruieren. Dies hat sich als die sicherste Methode bewährt, den ursprünglichen Originalzustand zu finden.

Auf Basis dieser Daten werden dann Klopfmodelle und Schablonen gefertigt, an Hand derer die entsprechenden Blechteile originalgetreu restauriert werden können.

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Die gleiche Philosophie verfolgen wir bei der Restaurierung der Fahrgestelle und Karosserieaufbauten. Auch in den 30‘ger Jahren war dies eine anspruchsvolle Aufgabe.

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Spaß an der Herausforderung nach brauchbaren technischen Lösungen zu suchen, beseelt unsere Mitarbeiter. Darunter sind allein 3 Diplomingenieure, die für die technologische Vorbereitung Sorge tragen. Dank unserer erfahrenen Mitarbeiter und der Ausstattung mit modernsten aber auch konventionellen Technologien in unserem Hause sind wir in der Lage traditionelle Handwerkskunst und moderne Prototypenfertigung miteinander zu verknüpfen.
Darüber hinaus unterliegen wir durch die enge Zusammenarbeit mit Sächsischen Hoch-schulen, Forschungseinrichtungen und Prüforganisationen einer ständigen Qualitätskontrolle.

Da wir unsere Erfahrungen nicht auf dem Rücken unserer Kunden sammeln wollten, kauften wir selbst eine bestimmte Anzahl von Horch 853 Restaurierungsobjekten an. Diese Fahrzeuge wurden alle komplett zerlegt, um eine detaillierte Bedarfsermittlung der benötigten Ersatzteile zu ermöglichen. Somit war es uns möglich für alle Fahrzeuge gleichzeitig - und damit effizient - verschlissene Teile aufzuarbeiten bzw. nötige Neuteile authentisch nach zu fertigen. Dies besonders vor dem Hintergrund, daß zum erreichen einer hohen Qualität der Bau vieler Werkzeuge und Vorrichtungen erforderlich ist.
Um nicht unter terminlichen Druck zu geraten, nahmen wir für diese Objekte 3 Jahre lang keine Aufträge an. Ein Kraftakt der auf allen Gebieten ein sehr großes Stehvermögen erforderte.

Vielfach waren an diesen Fahrzeugen im Laufe der Zeit Originalteile typenfremd ersetzt worden. Besonders aus dem Osten kommen immer wieder Fahrzeuge, an denen Achsen, Motoren und Getriebe nicht mehr original sind.
Aber es ist auch erschreckend welcher Pfusch von angeblichen Restaurierungsspezialisten verkauft wird.
Nun wird allerdings kein Kenner dieser Szene ernsthaft annehmen, ein Horch 853 mit einwandfreier Identität würde verschrottet werden, nur weil Motor und Hinterachse russischer Herkunft sind oder Pfuscher nicht in der Lage waren, z.B. einen Rahmen fachgerecht zu reparieren.

Wohlgemerkt bei einwandfreier Identität!
Leider müssen aber auch wir feststellen, was Thomas Wirth in seinem Artikel im Heft 5/03 schreibt, nämlich, das auf Grund der kriminellen Energie einiger sogenannter „Spezialisten“ Fahrgestelle teilweise doppelt existieren!
So verkaufte z B. die Fa. Thiesen in Hamburg das Fahrgestell eines Horch, an dem das vordere Drittel mit der Rahmen- Nr. fehlte, gemeinsam mit dem Original Typenschild des Horch 853432 und versicherte, dass beides zusammen gehört.
Durch Zufall erreichte uns eine technische Anfrage zu diesem Fahrzeug. Wir mussten feststellen, dass dieses Fahrzeug tatsächlich mindestens 2x existiert

Aus vorgenannten Gründen werden von uns keine Fahrzeuge restauriert, an deren Identität auch nur die geringsten Zweifel bestehen.

All jene, die selbst schon einmal Nachfertigungen von anspruchsvollen Ersatzteilen organisiert haben, wissen, mit wie viel Rückschlägen man da rechnen muss. Das ein Gussteil beim ersten Abguss nicht gleich stimmt und Modelländerungen erforderlich sind, ist dabei normal. Was macht man aber, wenn Teile im Wert von über 100.000,00 € in einer Firma mit Stahlkies gestrahlt werden, obwohl diese laut Lieferschein und Auftrag nur Wärme behandelt werden sollten?
Die Vergabe der meist recht anspruchsvollen Arbeiten an Firmen, die sich ihre Brötchen mit industrieller Produktion verdienen, ist äußerst problematisch. Oft hat man sich in Dürrezeiten um unsere Aufträge gerissen, doch als man dann damit nicht zurecht kam, wurden die Arbeiten zu Gunsten größerer Stückzahlen anderer Auftraggeber bei Seite gelegt. Wer da die Leinen zu locker lässt, dem kann es leicht passieren, dass seine Teile dann nicht mehr zu finden sind. Diese Kritik trifft übrigens für Firmen in ganz Deutschland zu.
Als Alternative zu diesem Dilemma investierten wir ca. 2 Mill. € in diesen Unternehmens-bereich und erledigen heute den größten Teil der anfallenden Arbeiten in eigener Regie. Darüber hinaus versuchen wir uns eine stabile Infrastruktur durch beständige Auftragsvergabe an solide Betriebe zu schaffen.

An Hand der nachfolgenden Beispiele soll der Aufwand verdeutlicht werden, mit dem bei uns Ersatzteile nachgefertigt werden.

Diese Türklinkenrosetten und Gewindestutzen sind keine CNC- Dreh- oder Frästeile, sondern sind originalgetreu umgeformte Bleche, wie die damaligen Massenteile. Ein derartiges Werkzeug incl. Erprobung ist unter 1.000,00 € kaum zu fertigen.

 

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Für die Herstellung solcher Kofferdeckelzierleisten muss man schon das Zehnfache einplanen. Die originalgetreu geschmiedeten und bearbeiteten Achskörper bedeuteten Investitionen für über 50.000,00 €.

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Der Werdegang ist dabei etwa immer der gleiche:

  • Originalteile vermessen (sofern wir nicht auf Originalunterlagen aus unserem Archiv zurück greifen können ist dies möglichst an mehreren gleichen Teilen nötig um Unterschiede feststellen und Toleranzen festlegen zu können)
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    Dies geschieht u.a. mittels digitaler Meßarme, Computertomographie oder Laserscannen
  • Auf Grund der meist verschlissenen Originalteile ist es erforderlich, diese Meßergebnisse so zu korrigieren, dass man die Maße erhält, die damals durch die Konstrukteure festgelegt wurden. Diese oft sehr aufwendigen Maßnahmen realisieren wir durch 3 D - CAD Konstruktion.
  • Materialanalysen durchführen
  • Fertigungsunterlagen erstellen (Technologie und Zeichnungen).
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    Werkzeugbau
  • Teilefertigung
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    im Bild Presse mit Werkzeug.

 

Es werden in der Fa. Scholz nur limitierte Nachfertigungen im konkreten Kundenauftrag durchgeführt. Eine spekulative Lagerhaltung erfolgt nicht. Nachzügler müssen dann einen höheren Preis akzeptieren oder warten, bis wieder genügend Interessenten vorhanden sind.

Ein weiterer rechtlich sehr bedeutungsvoller Aspekt ist die Genehmigung zur Verwendung der entsprechenden Markenzeichen. So liegen uns z.B. entsprechende Lizenzverträge mit Audi und ZF vor. Für die Absicherung der Herstellung von Rädern sind wir selbst im Besitz des Markennamens der sächsischen Traditionsfirmen Hering und Riemann und für die Herstellung von Scheinwerfergläsern und Elektroteilen besitzen wir die Rechte auf die Marke Riemann Chemnitz.

Leider ist mein Betrieb in seiner Personalstruktur überaltert. Das Durchschnittsalter liegt über 50 Jahre. Die jetzigen Mitarbeiter sind aber mit der laufenden Auftragsabwicklung so stark eingespannt, dass keine Zeit für die Ausbildung von Lehrlingen bleibt. Durch die verfehlte Arbeitsmarktpolitik seit 1990 ist es aber sehr schwer, geeignetes Ausbildungspersonal zu finden. Keiner der von uns Angesprochenen war bereit, seinen in Aussicht stehenden oder bereits begonnenen Vorruhestand aufzugeben, um sein Wissen und Können an die nächste Generation weiter zu vermitteln.

Die Firma Scholz und das Tochterunternehmen "Sachsen Klassik GmbH", bieten derzeit mehr als 10 freie Arbeitsplätze an. Siehe dazu unser Stellenangebot!

Reinhardt Scholz


Wichtige Hinweise:
Die Marken "H mit der Horchkrone" sind eingetragene Markenzeichen der AUDI AG !
Wir danken der AUDI AG für die freundliche Genehmigung zur Verwendung im Rahmen dieser Präsentation.
Jede Verwendung dieser Marken bedarf der ausdrücklichen Genehmigung der AUDI AG!


Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß an die uns beratenden und uns durch Lizenzgaben unterstützenden Firmen, wie z.B. AUDI AG, keinerlei Ansprüche hinsichtlich der durch uns hergestellten Ersatzteile gestellt werden können